Festival August 2020 – Ein verkaterter Morgen.
Ich der 3. Oktober ist dieses Jahr ein Donnerstag… hmm.
Einige Minuten gemeinsam mit Christian nach Fähren gesucht – und zack – auch gleich gebucht.

So fangen die besten Urlaube an 🙂

Demnächst folgt der komplette Bericht…

Nachdem Robin kurzzeitig die Africa Twin gegen eine CB1000R+ getauscht hatte sollte es doch wieder eine Adventure werden.

Ein Freund, der eine Panigale fährt, schwärmte von der 1290 Super Adventure S – schon fast übertrieben angesichts der Tatsache, dass diese nichts für „Tourer“ oder „Adventures“ übrig hat. Also ab zu KTM, schauen wir mal was kommt.

Und Tatsache – ist das ein krasses Pferd! Handling sehr gut, leichtfüßig (wenn man die Größe betrachtet) und vor allem Kraft.
Dieser 1301ccm V2 arbeitet so Souverän wie wohl kaum ein anderer KTM-Zweizylinder zuvor. Von unten heraus gehts direkt nach vorn, gut dosiert und mit dem entsprechenden Willen zum Traktionsverlust.

Geil.

Nun heißt es erneut: Tourenfit machen.

Zu Beginn einer solchen Reise stellt sich die Frage: Wo starten? Wo enden? Gibt es ein Ende?

Wir sind alle in unserem Job gefangen und daher muss es leider ein Ende geben. 10 Tage müssen reichen um die 4200km zu schaffen.
Unser Startpunkt wird Kiel sein, von hier aus geht es auf die Fähre nach Oslo und das Abenteuer beginnt.
Enden wird es, hoffentlich nicht mittendrin, in Helsinki – von hier aus geht es nach Travemünde und dann nach Hause zu unseren Lieben.

 

Route fertig.

 

Selbstverständlich ist so eine Routenabsprache über mehrere tausend KM nicht einfach, zwischendurch wird auch mal abgebogen und die Route verändert. Irgendwer war mit der Vorplanung (siehe oben) unzufrieden, also wurden die Ziele höher gesteckt und ein kleiner Umweg über das Nordkap geplant.

Es gibt eine grobe Richtung, wir werden die meiste Zeit in Norwegen an der Küste bleiben – in Finnland werden wir uns mit den Seen vergnügen. Auf dem Plan stehen 4200km und ungefähr 48 Stunden reine Fahrtzeit. Fähren ausgenommen.

Die grobe Planung der Route.

Es geht los. Nach einem lustigen Abend beim Wattwurm auf Nordstrand (www.zum-wattwurm.de) packten wir unsere Sachen – das   gefühlte 100. Mal – und machten uns bereit für die Abfahrt. Tom’s Frau bereitete uns noch ein tolles Frühstück und um 9:30 starteten wir Richtung Kiel.

Der Checkin lief super, 10:45 am Pier und um 12:00 fiel der Startschuss zum einfahren. Das Verzurren der Kisten ist ungewohnt, quer über die Sitzbank muss reichen…

So liegen wir nun in der Kabine, nach 2 Stunden und 1L Bier auf dem Sonnendeck, in der Kabine zum Mittagsschlaf. Der Urlaub beginnt.

Nach einem sehr spannenden Abend auf der Color Magic ging es nun nach Trondheim, genauer gesagt nach Marvik. Auf der Fähre lernten wir Ralph und Norbert kennen – zwei echt dufte Typen!

Dementsprechend wurde es getreu unserem Startgelöbis „Boah das wird dolle, wir trinken nichts – höchstens abends ein Bier“ ein sehr langer Abend. Die Biere pro Abend haben wir für die ganze Tour im Voraus genommen…

Niemand von uns erwartete diese Art von Luxusdampfer. Ein reichhaltiges Abendessen verführte nach einem recht langen Mittagsschlaf – ja, der Kay wird alt.. – zu nächtlicher Aktivität. Die Geschichten von Ralph und Norbert waren wahnsinnig spannend und machten uns noch freudiger auf die Tour.

Um 10 Uhr ging es von der Fähre zur Zollkontrolle, 11 Uhr waren wir endlich in Oslo unterwegs und führen über die E6 und die E3 nach Marvik. Was für eine Aussicht!

Bis kurz vor Trondheim hatten wir super Wetter, 14-17 Grad Celsius und keine Tröpfchen Regen und es kam wie es kommen musste… Im leichten Regen ging es auf die letzten 70km – also eine Stunde lang.

Dafür belohnten wir uns mit einer Hütte am Campingplatz 🙂 Die Empfehlung aus dem Campingfuhrer des ADAC hatte recht – irre Lage für gutes Geld!

Der Ausblick ist unglaublich schön und erinnert ein bisschen an den Bodensee, nur kälter und mit mehr Meer 😉 Das Panorama ist um 23 Uhr entstanden.

Morgen geht es über die LV17 weiter gen Norden – also bis später 🙂

Unser Tag begann mit Nieselregen – nichts unerwartetes, aber doch nicht ganz so erfreulich. Also stand die Frage im Raum: Regenkombi schon mal anziehen oder nur griffbereit haben.

Griffbereit war die einschlägige Meinung, im Dorffachjargon “Das zieht vorbei, ist nur ne Husche…”. Glücklicherweise kam es auch so.

In Ruhe frühstücken – dann auf den Bock. Das war der Plan – der sich schnell änderte. Anstatt die LV17 zu fahren blieben wir auf der E6. Die Straße folgt küstennah einem Fluss, welcher sich unglaublich zwischen den Bergen bewegt. So wie die Straße – was für eine geile Strecke!

Wir folgten der E6 inkl. 2 Tankstopps und ein paar Hotdogs bis nach Hågen. Hier fanden wir spontan unsere Hütte für die nächste Nacht. Schon ein wenig dekadent, Wohnzimmer mit vollausgesatteter Küche, 2 Schlafräume und ein Bad – und dazu eine Aussicht die keine Wünsche offen lässt. Zudem hatte der Platzwart noch Bier zum Verkauf… in Euro – Sonntags!

Wir gingen noch ein ein wenig am Fluss entlang, das Wasser ist hier faszinierend sauber. Und kalt, sehr kalt.

Die Natur scheint hier im allgemeinen noch sehr viel Bedeutung für die Menschen zu haben, kein Müll, nichts „abgelatscht“ – mit Vorsicht wird sich durch die Landschaft bewegt. Wir gingen an den Fluss und bewegten und ein wenig ohne 2 Zylinder unter dem hintern. Hier geht unser Gruß an Haix, die Stiefel halten auch hier das Wasser ab…

Bis jetzt läuft es super, morgen versuchen wir früh zu starten. Uns erwarten 350km nach Bodø, dann geht’s mit der 16 Uhr-Fähre rüber auf die Lofoten. Wir hoffen auf 21 Grad – 7 morgens, 7 mittags und 7 am Abend.

Wir freuen uns riesig auf die Lofoten 🙂 Es ist nun 23:43 Uhr und es ist noch hell…

Nach einer Premium Nacht in der Dekandenzhütte des Platzes standen wir um 6:50 Uhr auf. Zielsetzung: 8:30 Uhr rollen und bis 15:00 Uhr Bodø erreichen. Denn hier sollte unsere Fähre um 16 Uhr starten – Lofoten!

Nachdem Kay seine Erste von knapp 20 Mahlzeiten am Tag geschafft hatte ging es Punkt 8:30 Uhr vom Hof. Wir waren pünktlich!

Endlich ist es soweit – die Regenkombi muss raus… kurzzeitige Regenschauer sorgen für einen spontanen Stopp und wir zogen über unsere bereist nassen Klamotten die Regenkombi. 10km später, nach einer Tunnelsurchfahrt, kam natürlich die Sonne raus. Wie sollte es auch anders sein…

12:26 Uhr erreichten wir den nördlichen Polarkreis. Und es liegt Schnee bei 7 Grad, die Vegetation änderte sich schlagartig – auf 0.

Nun sitzen wir, nachdem die Fähre um 16 Uhr voll war, in der 18:45er und kommen 22 Uhr auf den Lofoten an. Wir stellen fest: Gut (Kilo-)Meter gemacht, jetzt haben wir Reserve für die nächsten 12 Tage.

PS: Kay steht gleich wieder am Tresen, ein Baguette hat ihm schöne Augen gemacht… und es wurde ein Burger mit Pommes.

Spruch des Tages: “Wenn’s dunkel wird suchen wir uns eine Hütte.” Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass wir am selben Tag noch am Polarkreis waren und die Sonne hier der Meinung ist, anstatt im Meer zu versinken nur “aufzuditschen”, werden wir wohl eine Weile nicht schlafen.

Die Fähre erreichte 22:00 Uhr die Lofoten,Tom und Robin ging’s nicht ganz so gut, bei 2m Seegang und Burger mit Pommes im Magen kein Wunder.

Kay der alte Seebär war nicht sonderlich beeindruckt und quatsche fleißig vor sich hin :-D. Die Cola die er uns brachte schaffte Abhilfe. Schließlich erreichten wir inkl. Mageninhalt die Lofoten.

Es ist unbeschreiblich schön, das Wort „phänomenal“ fiel in der letzten Nacht gefühlte 3000 Mal.

So fuhren wir nun, 22:00 Uhr in der Nacht, über die Inseln und staunten vor uns hin. Ein Glück, wir haben Intercoms und konnten nebenbei quatschen. Boah. Krass.

Auch wenn es nicht dunkel werden sollte wurden wir langsam müde. In Norwegen nachts um halb 2 einen Campingplatz zu finden ist nicht schwer – nur ist dort niemand mehr … also schlugen wir unser Camp da auf wo es uns gefiel!

Es stürmt und windet, dunkel wird es auch nicht mehr. Die nasse Zeltplane klatscht einem in der „Nacht“ ins Gesicht. Endlich Urlaub 🙂

Regen. Sturm. Sturmböen.

Das war der Inhalt unserer heutigen Tour von Ramberg nach Laukvik. Wir starteten bei leichtem Nieselregen und beständigem Wind und kamen dann auf der Südseite der Lofoten heftig ins Schwanken. 10-30 km/h, ständiger Wechsel zwischen Gang 2 und 3. Und Schräglage invers.

Schräglage invers How To:

Man nehme eine 300 kg schwere Maschine samt Fahrer (zwischen 80 und 110 kg), rein windtechnisch sollte das Motorrad einen CW-Wert wie Omas Schrankwand haben. Dazu Wind mit 84 km/h und als Bonbon noch Böen von bis zu 113 km/h. Füße runter, Warnblinker an – alles supi!

Ergebnis: Kurven werden mit negativer Schräglage gefahren. Rechts = Links und Links = Rechts. Ganz einfach.

Glücklicherweise regnete es durchgehend, so erkannte der erfahrene Motorradfahrer schon vor der Kurve ob er sich hinein- oder hinauslehnen musste. Hat schon alles seine Berechtigung ;-).

Zwischendurch gab es für uns noch eine kleine Erholungspause am Buffet eines Campingplatzes.


Dann ging weiter. Kays Tankanzeige wollte ihn mitteilen, dass so langsam mal tanken gehen angesagt ist. Die nächste Tankstelle war gesperrt – nachdem wir weitere 30km ohne jegliche Sicht auf eine Möglichkeit hatten nahmen wir das erste mal den Reservekanister. Bei den oben beschriebenen Bedingungen möchte keiner auf einer 840m langen 60m hohen Brücke stehen bleiben…

Inzwischen ist der Campingplatz erreicht, es gibt nachdem gestrigen Abenteur wieder eine Hütte. So eine Dusche ist was tolles. Und jetzt geht’s angeln!

Und wir haben heute dicken Besuch 🙂

Unser Ziel war Skibotn, 388km sollten es sein. Von den Lofoten aus, wo es nach wie vor regnete, ging es die E6 in Richtung Narvik weiter. Am Abend zuvor haben wir bis in die Nacht Karten geschrieben, hoffentlich haben wir an alle gedacht…

Der Start verlief einigermaßen gut, stärker werdender Regen macht einem irgendwann nichts mehr aus. Zwischendurch windete es ein wenig, als Entschädigung wurde es dafür kälter :-P. Zwischenzeitlich standen dann auch mal 4,5 Grad C auf dem Tacho und Toms KTM mahnte mit einer Schneeflocke zur Vorsicht.

Robins Honda ist immer 2 Grad C wärmer, zumindest laut der Tachoanzeige. Deswegen braucht er auch keine Griffheizung…

Der Regen ließ nach und die Handschuhe konnten während der Fahrt trocknen. Auf dem Weg zum Spar-Markt, der direkt an einer Kaserne lag, sahen wir die ersten ungewohnten Vehikel – hier wird es im Winter wohl ungemütlich.

Mit entsprechend Proviant ging es weiter. Keiner macht sich mehr Gedanken um die genaue Beladung – Koffer auf, Stiege Bier rein, Koffer zu – hält. Nach 350km auf dem Bock wird man irgendwann Banane im Kopf, muss auch mal sein.

Die Tour macht Spaß – aber so richtig. Einfach ist es aber auch nicht gerade. Langsam verstehen wir diejenigen die nach 5 Tagen Dauerregen an den Abbruch denken. Wir halten durch. 500km sind es noch. Und man wird immer wieder von der Natur überrascht. Ist das schön hier!

Nach 9 Stunden fahrt haben wir unseren Campingplatz erreicht, wieder eine Hütte, diesmal mit Bad integriert. Dann lernten wir Janni kennen…

Janni ist Finne und sein Kofferraum gut gefüllt. Mit Jacky, Vodka, Bier… das war der Grund des verspäteten Blogbeitrags. Wir waren aus irgendeinem Grunde abgelenkt.

Heute morgen gab es Brötchen. Irgendwie schmecken die nach allem – nur nicht gut. Was soll’s, rein damit, Sachen wieder auf die Böcke und ab auf die Straße – Ziel Nordkapp – 500km.

Nach unserem verspäteten Start um 12:30 Uhr entschieden wir uns den geplanten Stopp nach hinten zu verlegen. Also sollte Olderfjord, die letzte Stadt an der E6 vor dem Nordkapp sein. Als Starter genehmigten wir uns nach der heftigen Nacht mal ein richtiges Essen. Aufgrund der Wartezeit musste der Nachtisch zur Vorspeise werden.

Es ging weiter. 280km fehlten noch, ein bisschen Regen, ein paar Schafe auf der Straße, Berge als Panoramablick über die gesamte Strecke. Klingt erstmal toll. Ist es auch!

Umso weiter wir in den Norden kamen, desto trister wurde die Landschaft. Langsam waren wir alleine auf der Straße und über ewig viele km war weder eine Tankstelle noch Dörfer oder jegliche Art von Einkaufsmöglichkeiten. Immer wieder sahen wir vereinzelte Häuser oder „Mini“-Siedlungen.

Und dann meldete die KTM Frost. 3,5 Grad Celsius.

100m Höhenunterschied macht eine ganze Menge aus – die Temperatur pendelte, bei immer wieder aufkommenden Regen,zwischen 3,5 und 7 Grad Celsius.

Auf der Strecke – mitten im nichts – stand ein hilfloser Radfahrer bei frostigen Temperaturen im Wind. Natürlich hielten wir und fragten nach seinem Problemchen.

Sein Tretlager hatte sich aus seiner Position gelöst und einigen Schaden am Kettenschutz sowie den Baudenzügen hinterlassen. Also Rohrzange raus und so hinknöpern, dass der Junge Mann zumindest in die nächste Stadt kommt. Sind ja nur 25 km bis nach Alta…

21:45 Uhr erreichten wir endlich die Unterkunft. 399km ziehen sich doch ganz schön in die Länge, wenn man die Geschwindigkeitsbegrenzung einhält…

Ankommen, ausbreiten und die Küche anschmeißen 😉 Wir überlegen sogar schon ob wir einfach 2 Tage in der Hütte bleiben. Tom: „Mensch dann können wir ja sogar ein paar Bilder aufhängen wenn wir hier so lange einziehen…“

127 km trennen uns nun vom Nordkapp. Morgen geht’s zum Ziel unserer Reise – dann ab nach Finnland 🙂

Wenn man sieht unter welchen Bedingungen wir uns hier auf die Böcke schwingen würde uns so manch einer Kopfschütteln entgegnen. Was für ein Abenteuer.

Wir starteten entspannt in den Tag, Kaffee, Dusche und dann mal schauen was der Shop auf dem Campingplatz zu bieten hat. Und wieder Kaffee – dann ein Bier und Mittagsschlaf 🙂

Bevor es losging Richtung Nordkapp gönnten wir uns noch leckeres Essen im Restaurant des Dorfes – Rentier Pfeffersteak und Finnebiff, sowas wie Rentiergeschnetzeltes. Schmeckt wie wild, nur ein bisschen „muffiger“. Vorher wurden noch die Reifen kontrolliert und verdächtige Stellen versiegelt.

19 Uhr ging es dann mit vollem Tank dann Richtung Nordkapp – uns erwarteten Wind, Böen, Regen – das kannten wir ja schon – bei 2,6 Grad C. Man ist das kalt! Und es ging wieder mit negativer Schräglage weiter.

Diesmal in der Pro-Version: Koffer rechts aufsetzen, Linkskurve anpeilen, Vollgas. Sonst drückt der Wind das Motorrad unter dem hintern links aus der Kurve raus…

Als wir um 22 Uhr eintrafen waren wir ein wenig geschockt – ein Mekka der Motorradfahrer? Reisebusse stapelten sich vor dem Tourismuscenter an der Kugel. Die Leute stiegen aus dem vollklimatisierten Bus und bestellten sich Prosecco und Kuchen. Irgendwie unwirklich, man stellt sich auf Abenteuer ein, fährt durch alle Wetterlagen – und am Ziel steht eine Merchandising-Mall inkl. Hotel und Horden von Rentnern. Schräg. Das hat keiner von uns erwartet.

Aber wir haben es geschafft!

Zum Schluss, kurz vor Ende des heutigen Trips, kam noch ein wenig gutes Wetter hinzu. Warum auch nicht, wir waren ja schließlich am Ziel 🙂 Es ist nun 3 Uhr nachts. Die Sonne steht am Himmel.

Morgen starten wir nach Finnland, vielleicht an den Inari See, vielleicht auch wo anders hin. Das wird beim morgendlichen Kaffee spontan entschieden.

An dieser Stelle noch großen Dank an unsere Unterstützer, vor allem an unsere Frauen. Danke das wir diese Reise machen können und dürfen 🙂

Finnland ist unser nächstes Ziel. 255km durch die „Pampa“. Wobei man diesen Begriff bei der Aussicht nicht nutzen sollte 🙂

Die Landschaft ist immer noch atemberaubend, auch in Finnland. Endlich wieder 100 km/h auf dem Tacho!

Spontan ging es kurz nach der Grenzüberschreitung essen – und Angelequipment aufstocken. Eine neue Rute & Rolle für Robin, eine Rolle für Kay, 2 Blinker gingen an Tom. Und es gab Rentierburger!

Auf der Suche nach einem Campingplatz hieß es dann: Guck mal da rechts, auf dem Schild ist ne Hütte mit nem Wassersymbol drunter! Also rechts ab, über Stock und Stein – Tadaaa: Insel mit Hütten! Wir sind nun kurz vor Inari.

Spontan kam die Frage nach einem Boot auf, Kay ging schnurstracks zur Dame des Hofes und fragte nach. Ein oller Kahn, schwimmt aber. Nicht so Robins Sache… ein bisschen weniger geflickt wäre nett. Egal, „rin in det Ding“ und ab auf den See. 23 Uhr. Taghell. Blinkern geht hier auch beim Nachtangeln!

Zu unserer Überraschung bissen zwei Forellen bei Tom und eine bei Kay. Auf Blinker. Finnische Forellen sind wohl ein wenig aggressiver 🙂 Robin bekam, nachdem er das zwanzigste mal die kürzlich erworbene Angelsehne wieder entflechten durfte, einen Hecht an die Schur.

Tolle neue Angel 🙂 Finnland steht uns, es ist wärmer und es regnet nicht. Morgen haben wir laut Wetterbericht 17 Grad C und 23 Stunden Sonne. Kahn raus, angeln! Es ist nun 1:34 Uhr, die Sonne geht auf und wir sitzen am Feuer. Eine kleine Entschädigung für die Enttäuschung am Nordkapp.

PS: Das ist eine Waldreparaturbühne für jegliche Art von Kfz – auf Finnisch 😉

Und auch im Wald gelten die üblichen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Uns gefällt es jetzt schon hier.

Heute blieben wir an dem See in Finnland, angeln war angesagt. Zwischendurch ging es nach Inari, einkaufen und etwas essen. Pizza Hawaii und Pizza „smoked reindeer“ 🙂

Die finnische Sprache ist schon weniger verständlich für uns, in Norwegen könnte man sich noch so einiges zusammenreimen.

Mach der Rückkehr ging es an die Koffer, eine Woche „rumwühlen“ in den Kisten sorgt für so manche Unordnung. Bzw. der gewonnene Platz durch die fehlenden Nahrungsmittel lässt zu viel Raum… In der Hütte hat sich sich schon wieder jeder ausgebreitet. Motto: Wer zu erst kommt bekommt am meisten Platz 🙂

Dann ging es endlich wieder auf den Kahn, mal rüber auf die andere Seite und schauen ob dort vielleicht Fische zu erwecken sind. Die schlafen heute wohl besonders lang. Bis auf eine Forelle für Tom war nichts drin.

Morgen geht’s an die Ostsee, 450km warten auf uns. Also früh ins Bett (23:18 Uhr ist es nun, wir sind eine eine Stunde weiter als Deutschland).

Wir hatten heute 23 Grad und die Sonne scheint seit über 24 Stunden durchgehend.

Der Tag startete recht früh, gegen 8 Uhr packten wir zusammen und starteten Richtung Oulu an der Ostsee. Tankstellen sind hier oben rar, also nutzten wir das erste mal die Reichweite der Motorräder aus. Langstrecke knapp über 100 km/h ergibt einen optimalen Verbrauch. Und die erste Tankstelle hatte kein Benzin mehr…

Also suchten wir weiter. Wer Brandenburg mag wird Finnland lieben – endlosen Wälder und Straßen ohne Zivilisation 😉

Wir suchten nach 480 km einen Campingplatz, das stellte sich schwieriger heraus als wir dachten. Nach etlichen Versuchen quer durch den Wald schildern zu folgen (daher das + x) fanden wir nach knapp 500 km endlich einen Platz. Und trafen Dennis wieder.

Steckbrief Dennis:

Schwede, 25. Er fährt eine NC700 mit Rucksack und Stofftaschen. Als wir ihn 2 Tage zuvor trafen stellten wir fest: Der Hinterreifen läuft fast auf der Karkasse, er hat nur Wasser mit um sein Visier zu reinigen und er schmierte seine Kette mit WD40. Da haben wir große Augen gemacht!

Also haben wir ihm den Tipp einen neuen Reifen aufziehen zu lassen, Tom spendete Visierreinigungstücher und Robin die halbvolle Dose Kettenfett. Man hilft sich unter Motorradfahrern.

Also schlugen wir unser Camp auf, endlich mal das Zelt auspacken. Das benachbarte Pärchen setzte sich noch zu uns, jetzt waren wir zu 6. und die beiden hatten noch 2 Hunde dabei. Der jüngere konnte soger Bier holen. Wie praktisch.

Es war wieder einmal eine lange Nacht, der Platz sieht aus wie… jetzt steht packen, Kaffee kochen und die Abfahrt an. Auf Richtung Helsinki, an irgendeinen See zum Angeln und ausruhen. 🙂

Ziel heute: Irgendwie Richtung Helsinki, ab dem 200. km auf dem Tripanzeiger mal Ausschau halten nach einem Campingplatz. Nach der letzten kurzen aber sehr witzigen Nacht haben wir etwas verschlafen…13 Uhr rollten wir erst. Die Strecke war nicht sonderlich spannend, meist gerade und die Straße des Öfteren geflickt. An der Tankstelle, die wirklich winzig war, tankten wir unter der kritischen Beobachtung eines Truckers nach. Für externe Personen mag diese Formation verwirren, spart aber Zeit. Einer zahlt, alle tanken.

Dann noch schnell die notwendige Pflege der Technik durchgeführt: Ketten spannen und Fetten, Helme an die Powerbanks anschließen.

Und, wie sollte es anders sein, setzte der Regen wieder ein… Robin hat schließlich das Regenschutzinlay aus der Jacke genommen, da muss es regnen. Wir haben eine Vermutung: die Angabe der Regenwahrscheinlichkeit wird hier als Stärke genutzt.

30% Wahrscheinlichkeit = 30% von x Liter pro Quadratmeter.

Schlussendlich waren alle ein bisschen nass, also suchten wir unsere nächste Unterkunft. Diese fanden wir dieses Mal tatsächlich nach Beschilderung. Man muss auch mal Glück haben.

Für die nächsten 2 Tage verbleiben wir hier. Eigene Dusche, ein Boot, WC und Sauna ist schon was feines 🙂 Hinter uns liegt eine tolle Zeit, jede Art von Wetter und unglaublich beeindruckende Landschaften. 450km und 3 Tage trennen uns noch von der Fähre zu unseren Familien – und auf die freuen wir uns immer mehr.

Die letzten 3 Tage haben wir genutzt um fit wieder nach Hause zu kommen. Angeln auf’m See, Sauna und ausschlafen.

Endlich hatten wir sich ein langes Frühstück, sogar mit Gemüse und Ei. Auch wenn die Inhaltsangaben auf Finnisch nicht sonderlich einfach sind. Schwedisch hilft uns weiter 🙂

Zwischendurch kam noch eine Besuchergruppe angeschnattert – die scheinen hier des Öfteren verwöhnt zu werden.

Finnland ist nicht sonderlich aufregend, wie bereits beschrieben eher Brandenburg, nur mit einer etwas eigentümlichen Sprache.

Schön ist es trotzdem irgendwie 😉

Wir haben Radfahrer bei 2 Grad C auf den Bergen fahren gesehen, einen schwedischen Motorradfahrer ohne Profil auf dem reifen getroffen, unfassbar schöne Landschaften erleben dürfen. Erleben im wahrsten Sinne – wir hatten so ziemlich alles an Wetter was man als Motorradfahrer erleben kann. Es war krass, es war schön.

Und daran werden wir uns in 40 Jahren noch erinnern können.

Ungefähr 4500 km rund um Skandinavien liegen hinter uns – darauf wird heute angestoßen.

Nun sind wir auf der Fähre nach Lübeck angekommen, haben eine große Kabine und freuen uns umso mehr auf zuhause, da wartet jemand auf uns. Wir sind bald wieder da 🙂

Moin 🙂

Ich bin der Jüngste der Truppe (’90er), ständig auf Achse und somit irgendwie auch nie zuhause. Vor allem kann ich mich für Landschaften und Natur begeistern, bin aber hauptsächlich in der technischen Welt unterwegs. Ob Verbrenner, E-Fahrzeug oder Videorecorder – Maschinen begeistern mich seit meiner Geburt. Seit dem 12. Lebensjahr verbringe ich Zeit auf motorisierten Zweirädern… alles begann mit einer Simson S50. Da freut man sich über die „Brandenburger Steppe“. 🙂

Viele meiner Hobbies teile ich mit meiner Frau, was die Reiselust, Konzertbesuche oder Besuche bei Freunden aus ganz Deutschland ein wenig einfacher gestaltet. Nach einem aufregenden Jahr 2017, in dem wir 8 Festivals und einen Monat die USA miterleben durften geht es nun in eine neue Richtung – Allein zu dritt zum Nordkap.

Zukünftig freue ich mich auf weitere lange Motorradtouren – sofern meine Frau mich lässt 😀

 

Datenblatt:

 Länge vertikal:  2,03 Yards
 Interessen Motorradtouren, Welteroberung, Elektrotechnik, Grillen, Musik, Festivals, Gaming (alle Plattformen)
 Lieblingsessen Eisbein 🙂
 Motorradhistorie CBR125RR, CBR1000RR SC57, Pause…
Bandit 600, CBR600RR PC40, CBR1000RR SC59
aktuell: CRF1000L Africa Twin, Kawasaki ZR-7
 Sonstiges Ein bisschen kräftiger, dafür aber freundlich.

Als ich von der Honda Fireblade auf eine neue Africa Twin umstieg fragten mich alle ob ich das Rentenalter erreicht habe – ehrlich gesagt fühle ich mit diesem Motorrad genau das Gegenteil. Endlich eine Maschine mit der man irgendwie alles machen kann. Nachdem innerhalb von zwei Wochen 1500km in Österreich eingefahren wurde stand für mich fest – nie wieder so einen Rennhobel! Durch die diversen Pässe, und als finale den Großglockner, hat selbst meine Frau wieder vertrauen in die Motorradfahrerei bekommen. Als Sozius fühlte sie sich nicht so wohl auf der Blade – warum nur…

Heiligenblut – Österreich

Im August 2017 sagte ein Freund er würde wirklich gern einmal zum Nordkapp fahren – nicht allein des Nordkaps wegen, sondern um einfach mal eine tolle Tour zu machen. Dies begrüßte ich und sagte für 2018 zu. Nun ging es an die Langstreckentauglichkeit inkl. Gepäck.

Von IBEX Parts habe ich mir die Sturz- sowie Motorschutzbügel montiert. Die Montage Nachts um 2 Uhr erleichterte uns die Montage nicht wirklich, der Krümmer sowie der originale Unterbodenschutz mussten runter. Die Bügel sitzen an den richtigen Stellen und scheinen (hoffentlich wird es nie von mir gestestet) äußerst stabil zu sein.

Kurz darauf folgte dann der Motorschutz, ebenfalls von IBEX Parts. Dieser schütz den Krümmer sowie den Kupplungdeckel deutlich besser als das Originalteil.
Die Montage recht einfach, an die vorhandenen Montagepunkte des Originalteils wird eine Halterung geschraubt welche den großen Motorschutz trägt.

Alles zusammen scheint mir eine sehr gute Ergänzung zu sein. Sollte, was niemand hofft, die Maschine fallen ist zumindest ein grober Schutz gewährleistet.

 

Ein riesiges Lob und Dankeschön geht an die Firma Apduro !
Ich habe nach einigem Mailverkehr dort meine Koffer sowie das Rack bestellt (Größe L inkl Taschen) und bin unglaublich zufrieden mit der Qualität. Diese übersteigt die Koffersysteme die ich bisher gesehen habe um einiges.

Die Seitenkoffer haben vorn und hinten jeweils ein abschließbares Scharnier, welches sich komplett aushaken lässt. Somit ist der Deckel klapp- und abnehmbar!

Das Topcase lässt sich nur von hinten öffnen, auf der Fahrerseite ist ein fixes Scharnier eingesetzt. Der Deckel ist mit einem Band im Öffnungswinkel begrenzt.